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Presente. Gedichte
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Bibliografische Angaben

Gebundene Ausgabe
Verlag Neues Leben, Berlin • 1. Aufl. 1988, 2. Aufl. 1989 • 117 S.; 21 cm • ISBN 3-355-00672-6 • geb.: M 7.50 • nicht mehr erhältlich

Schlagworte: Lyrik

 
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Klappentext
Presente: Es gibt mich. Ich bin hier. Ihr könnt mit mir rechnen.

In den lateinamerikanischen Ländern sammeln sich, wenn der Kampf vorbei ist, die noch Stimme haben. Einer ruft die Namen aller auf, die gemeinsam aufgebrochen waren. Bei manchem nun müßten die Lebenden schweigen, weinen, sich erheben, trauern. Das hat seinen Platz, aber nicht in diesem Augenblick, in dem der Mut gestärkt werden muß. So sagt einer, sagt eine für den Toten: Presente.

Ich liebe das Wort, den Vorgang und alles, was in seinem Namen steht. So wollte ich, daß dieses Buch mit seinem Titel an den Brauch erinnert und meinen eigenen Willen ausdrückt: Presente.

Gisela Steineckert
 
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Leseprobe
Liebe geht nur, wenn du
so gut lebst wie allein
wenn sprechen und zuhörn die schöne Feier sind
wenn du zehn Seiten hintereinander lesen darfst
ohne daß jemand etwas von dir will
Liebe geht nur ohne das schlechte Gewissen
über Freude, die der andre nicht teilen kann
einen Kummer, der sich nicht in Worte kleidet
Liebe geht nur, wenn du dich mit einer sanften Be­wegung
abwenden darfst und da stößt keiner nach
Liebe geht nur ohne Herablassung
das irreführende Wort heißt Toleranz
wenn du willst, magst du dich verändern
ich verändere mich
ich nicht dich und du nicht mich
nur so geht Liebe

---

Komm nicht herein
laß meinen Kühlschrank zu
setz dich wenigstens nicht hin
zieh dich wenigstens nicht aus
leg dich wenigstens nicht in mein Bett
benutz wenigstens nicht mein Parfüm
stiehl mir wenigstens nicht auch noch den Schlaf nach Mitternacht
wärst du doch in der Stunde eures Streites
so elend gewesen
so erbarmungslos dem Einzigen verbunden
nun hat er dich verlassen
wird schon wiederkommen
aber wozu

---

Was unterläuft uns so viel Unachtsamkeit
was unterlaufen wir sie nicht
solln wir denn zugrunde gehn an dem
was uns bis zum Hals steht
öffne den Mund, sage ich mir
schrei doch endlich alles, was du nicht willst
her mit der Angemessenheit statt totloben jeden Tag
was erschrickst du so, als ginge es ums Leben
statt um ein bißchen Annehmlichkeit
freilich, wenn sie so wichtig geworden ist
 
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Rezensionen
 
 
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