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Liebesgedichte
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Bibliografische Angaben

Gebundene Ausgabe
herausgegeben von Gisela Steineckert • Verlag Volk u. Welt Berlin, 1962 • 143 S. : Mit 40 Graphiken • Leinen, mit Schutzumschlag • nicht mehr erhältlich

Schlagworte: Lyrik, Liebeslyrik

 
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Klappentext
Verlag und Herausgeberin haben nicht den Ehrgeiz, die hier vereinigten achtundsiebzig Gedichte, ergänzt durch vierzig Graphiken, als eine repräsentative Anthologie deutscher Gegenwartslyrik auszugeben. Nicht an Repräsentation ist gedacht, sondern ausschließlich an Vergnügen und Freude - der Leser. Die Gedichte - und die Graphiken - dieses Bandes wurden nicht nach Namen und Rang ausgewählt; neben den Beiträgen der Meister stehen die Werke junger, noch wenig bekannter Künstler. Sie sind hier versammelt, weil sie von der Liebe sprechen, von ihrem Sommer, ihrem Winter. Alle Stadien werden durchmessen; dem Überschwang folgt die Güte, die Freundschaft, auch die Trennung. Die Liebe schwingt sich im Raketenwagen zu den Sternen auf, sinkt zum Mond und wieder zur Erde hinab und wird dadurch nicht trister. Der Griff nach den Sternen und das Lob auf ein Frühstück, das "ihr" Werk ist, gehören zueinander, ergeben erst zusammen eine Melodie, das Liebeslied der jungen Generation, der man auch mit grauen Schläfen angehören kann.

"Diese Sammlung von Gedichten", schreibt Gisela Steineckert in ihrem Vorwort, "soll keine Lücke in unserer Literatur schließen. Aber sie soll helfen bei unserem Bemühen um menschliche Nähe. Denn wenn wir uns verstehen wollen, müssen wir uns verständlich machen. Wir sind uns bewußt, wie groß unsere Aufgaben sind. Aber zu ihnen gehört auch, wie wir unsere Liebe leben."
 
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Leseprobe
HEINZ KAHLAU

Sommerlied

Durch deine Haare seh ich Himmel scheinen.
Auf deiner Haut liegt Sonne, und der See
hat zwischen deinen braunen Armen Wellen,
und rings um deinen nackten Fuß ist Klee.

Dort wo du hinschaust, geht ein Wind vorüber.
Die Bäume über dir sind von ihm voll.
In deinen Händen riecht die Luft nach Ernte,
als ob die Zeit der Reife kommen soll.

Ich seh dich an und seh durch dich den Sommer.
Ich hin der Gast in dieser Sommerruh.
Ich möchte so noch gerne etwas bleiben.
Der Sommer meint es gut mit
mir. Wie du.

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ROSE NYLAND

Der Abend kam
und gab sich mild und weise,
der Tag enthüllt sein letztes Farbenspiel.
Die sanften Hände sind so brennend leise
ein Atemzug ist
eine lange Reise,
und eine Stunde ist so endlich viel.

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EVA LIPPOLD

Der graue Regen rinnt

Die Fenster spiegeln Traurigkeit,
der graue Regen rinnt.
Mein Herz ist schwer von altem Leid,
das neu im Herbst beginnt.
Bald wird ein langes Schweigen
um Haus und Garten sein.
Kein Blatt mehr an den Zweigen,
nur letzter roter Wein.

So rot hat auch der Wein geglüht,
den du zuletzt gesehn.
Am Gitter war er dir erblüht
noch im Oktoberwehn.
Die roten Blätter starben
vor dir in Schönheit ab.
Der Abschied ihrer Farben
wob Zukunft dir und Grab.

Zum zehnten Male, Jahr um Jahr,
ist nun ihr Glanz verloht,
und immer, immer wieder war
ihr Sterben wie dein Tod.
Ist frei auch unser Leben
wie einst dein tiefstes Sein,
nie seh ich ohne Beben
den letzten roten Wein.
 
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Rezensionen
 
 
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