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Er hat gesagt. Ehedialoge
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Bibliografische Angaben

Gebundene Ausgabe.

Verlag Neues Leben GmbH, Berlin • 2. Auflage, 1994 • 131 S.; 20 cm • ISBN 3-355-01404-4 • im Buchhandel nicht mehr erhältlich, bitte Mail an Gisela Steineckert schicken

Schlagworte: Ehe, belletristische Darstellung

 
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Klappentext
Als "amüsante Alltagsbeobachtungen aus einem berlinernden Ehemilieu", in dem Er nach der Gemütslage "eine Art Ossi-Motzki" mit Seele und Sie eine "postsozialistische Grete-Weiser-Version" mit dem Herz auf der Zunge sei, bezeichnete eine Zeitung im Süden die Ehedialoge. Eine Zeitung im Norden schrieb: "In allen Steineckert-Geschichten vom selbstironisierenden Typ... reflektiert sie zurecht auf eine humorige Nachdenklichkeit. Es wurde viel gelacht. Vielleicht läßt sich so die DDR-Geschichte gründlicher aufarbeiten, als es je eine Enquetekommission könnte."
 
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Leseprobe
Er hat gesagt, wir gehen da auf jeden Fall hin.

Ich weiß nicht. - Es war doch aber immer so langweilig, hab ich gesagt. Außer Saufen und Dias hat man bloß steif rumgesessen.

Er hat gesagt, das war früher so, da hatte man ja keine Möglichkeiten.

Ich hab gesagt, du hättest doch die Möglichkeit gehabt, die letzten fünf Gläser stehnzulassen, da hättste'n schönen andern Morgen erlebt.

Er hat gesagt, daß ich jedem Mann jeden Tropfen Bier mißgönne, das ist ja bekannt. Er hat zugesagt. Wir gehn hin.

Wo warn sie in Urlaub, hab ich gefragt.

Wissndaswissn?

Wegen den Dias.

Das wird alles ganz anders, hat er gesagt. Jeder bringt sein schönstes Video mit.

Ich hab gesagt, muß ich mir jetzt das ganze Fußballspiel nochmal ansehen, und die Tore und vor allem, wo Tore nich gefalln sind und wärn ein Kinderspiel gewesen für jeden andern, Anwesende eingeschlossen, und dann vielleicht noch mit Standbild und MAANN! diese Idioten! das ist noch das Netteste.

Es gibt Augenblicke, wo er mich haßt. Das war so einer.

Ich nehm doch nicht ein Fußballspiel mit, was jeder Mensch auf dieser Erde schon dreimal gesehen hat!

Nana, hab ich gesagt! Aber Casablanca! Casablanca würde ich gerne noch mal sehn.

Quatsch! Er! Du wirst schon sehn.

Ja, aber wenn nun einer mit Pornos mit Tiere kommt?

Dann weiß man, mit wem man es zu tun hat, hat er gesagt.

Ich weiß nicht. Was nützt mir das aber, wenn ich nicht weiß, ob ich rausgehn soll oder den Apparat abschalten.

Du hast bei fremden Leuten gar nichts abzuschalten, hat er gesagt.

Wenn es so fremde Leute sind, warum gehn wir denn dann bei denen fernsehen, hab ich gesagt. Wo jetzt schon klar ist, daß man sich hinterher kloppt. Meine Tante Toni hatte die Briefe mit dem ewigen Abschied schon immer in der Tasche, ehe sie die Blumenkinder für den jeweiligen Anlaß gekauft hat. Ist sie auch immer losgeworden, beides.

Deine Verwandtschaft hängt mir zum Halse raus, hat er gesagt. Ich kenn die Geschichten alle. Aber wieso "kloppt"? Toleranz! Jetzt muß man tolerant sein und trotzdem freundlich. Dadrum gehts jetzt.

Ich weiß nicht. - Es soll also was sein, was man sich freiwillig nicht angeguckt hätte?

Man kann ja auch das Schärfste verpaßt haben. Er!

Daß du was im Fernsehn verpaßt haben könntest, das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Dann kann also einer kommen und zeigt, wie Reinhold Messner einen Berg raufklettert? Interessiert mich auch überhaupt nicht.

Er hat gesagt, deswegen hat sich das ja auch bestimmt keiner ausgesucht, und wenn man nicht imstande ist, sich mal ein bißchen auf was zu freuen dannkommtebenkeineVorfreudezustandeabersowarsbeiunsjaimmer.

Pause.

Ich hab gesagt, ich sag ja gar nichts. Kann ne Nacht wie in Venedig werden. Aber Menschenfressen. Meistens werden jetzt Videos gezeigt, wo Menschen aufgefressen werden, und bestimmt dürfen Holzens Kinder an dem Abend aufbleiben, damit sie uns dauernd dazwischenquatschen können, wer jetzt als nächster gefressen wird.

(...)

 
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