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Bild Gisela Steineckert

Presseberichte über Veranstaltungen mit Gaby Rückert und Ingo Koster

 

 
Sächsische Zeitung vom 1. August 2006 (Klick auf Bild öffnet Artikel in neuem Fenster)

 
 
Freie Presse vom 19. Mai 2006:

Zwei Frauen bringen Sprache zum Klingen

Gisela Steineckert und Gaby Rückert begeistern fast 150 Zuhörer - Der Abend weckt vor allem Erinnerungen

Gaby Rückert (links) und Gisela Steineckert haben ihr Programm „Berührungen" genannt. „Berührung" hieß auch Gaby Rückerts großer Erfolgshit von 1980. - Foto: Andreas Kretschel
Lichtenstein. Man möchte fast jeden Satz, den Gisela Steineckert sagt, festhalten. Nicht nur, was sie sagt, sondern wie sie es sagt. "Sprache ist ein hochkompliziertes, edles Instrument, auf dem man nicht klimpern darf. Man muss es zum Klingen bringen." Was die Schriftstellerin am Mittwochnachmittag den Preisträgern des Lichtensteiner Literaturwettbewerbes nahe legte, beherzigt sie selbst meisterlich.

An diesem Tag in Lichtenstein hat sie sehr viel gesagt, erklärt und beschrieben. Vor wechselnden, aber immer wieder begeisterten Zuhörern. Im Frauenzentrum erzählte sie aus ihrem Leben, vor einem Publikum, das so mucksmäuschenstill saß, wie es dort wohl selten passiert Ihr Leben war und ist Engagement. Ganz gleich in welcher Gesellschaft, sie würde sich immer engagieren, sagt sie. "Ob dafür oder dagegen, weiß ich nicht" Aber sie ist keine, die nur zuschaut. "Auf einer einsamen Insel würde ich die Bäume und Sträucher überzeugen, einen Verein zu gründen."

Im Frauenzentrum war sie nicht zufällig zu Gast. Steineckert, zu DDR-Zeiten Beraterin des Berliner Oktoberklubs, Mitglied im Schriftstellerverband und Präsidentin des Komitees für Unterhaltungskunst, ist heute ehrenamtliche Vorsitzende des Demokratischen Frauenverbandes Deutschlands. Sie ist gerade 75 geworden und denkt nicht daran, ihr Engagement aufzugeben.

Den Siegern des Literaturwettbewerbes widmete sie eine ganze Stunde. Sie, die 45 Bücher und 2800 Lieder schrieb, habe sich geehrt gefühlt in der Jury für den Wettbewerb mitzuwirken, und es habe ihr großen Spaß gemacht, sagte sie. Und sie bat die Preisträger, dran zu bleiben, weiter zu schreiben. Ihre Arbeiten seien es wert gedruckt zu werden. Und sie verspricht, falls es zum Druck kommt "Ich schreibe das Vorwort."

"Sei nicht zufrieden mit dem zweitbesten Wort, denn das beste gibt es", forderte sie die Hobby-Schreiber auf. Die Wörter seien da. "Man muss sie nur finden." Den Beweis trat sie gemeinsam mit Gaby Rückert an. Fast 150 Zuhörer erlebten am Abend das literarisch-musikalische Programm "Berührungen". Rückert sang, Steineckert las, Ingo Koster (Produzent und Partner Gaby Rückerts) spielte Gitarre. Der Abend lebte von Erinnerungen - Koster als einstiger Sänger von Gerd Natschinski & Gruppe (Fehler im Artikel. Es muss heißen "Thomas Natschinski & Gruppe". AN) trug mit dem Kulthit "MokkaMilch-Eisbar" sein Scherflein dazu bei - und reflektierte ebenso die Gegenwart. Die Sängerin und die Autorin präsentierten im Wechselspiel ihre Art, mit Worten umzugehen. Und jede brachte auf ihre Weise die Sprache zum Klingen.

(VIOLA HEIDRICH)

 
Märkische Allgemeine vom 07.03.2006:

Erinnern und ermutigen

Gisela Steineckert und Gaby Rückert boten spannungsreiches Programm

FALKENSEE "Berührungen" war das literarisch-musikalische Programm überschrieben, das am Sonntagnachmittag im Kulturhaus "Johannes R. Becher" von Gisela Steineckert und Gaby Rückert - oft im Duo mit ihrem Partner Ingo Koster - präsentiert wurde. Der Titel erinnert an den gleichnamigen Song von Thomas Natschinski, der in der DDR- Popmusik in der Interpretation der Sängerin Gaby Rückert zum Klassiker wurde und vielen noch vertraut ist. Lebendig blieben auch die Texte von Gisela Steineckert. Über 30 Bücher und nahezu 3000 Liedtexte hat sie geschrieben und auch heutzutage schreibt sie, Jahrgang 1931, mit feinem Witz, scharfem Verstand und in schnörkelloser Sprache vor allem über und für Frauen; über "das Schöne" an ihnen und auch an den Männern und über das schwierige Unterfangen, sich lebenslang zu lieben.

So rezitierte sie zum Amüsement des Publikums - vorwiegend Frauen im Alter 50 Plus - spöttische Verse über den alten Adam und seine einfachen Wünsche an das alltägliche Leben: von der Arbeit heimkommen, gutes Essen kriegen und mit Zärtlichkeit umgeben werden. Simple Wünsche? Nein, sagt die Steineckert: Du kannst nur von der Arbeit heimkommen, wenn du Arbeit hast!

Auch freche Texte hatte sie parat und verständnisvolle für unentschlossene Frauen und für jene, die unter unverbindlichen, losen Beziehungen auf Zeit schmerzhaft leiden. Gisela Steineckert las Gedichte, Monologe und Geschichten - oftmals im Zwiegespräch mit der Sängerin Gaby Rückert, die einen Großteil des Programms mit alten und neuen Songs bestritt, viele nach Texten der Steineckert: "Teil mit mir, gib mir von deinem Leben ab", "Schneewittchen" und "Lass Deinen Freund nicht vor der Tür stehen". Mitunter summten die Zuhörerinnen ein wenig mit und schienen auf wundersame Art entspannt und verzaubert, versunken in Erinnerungen, die mit den alten Melodien auftauchten.

Je älter, desto gescheiter, behauptete Gisela Steineckert selbstbewusst und verriet ihrem Publikum, dass sie einmal mehr über den Sinn ihres langen Lebens nachgedacht und die Gedanken dazu natürlich aufgeschrieben habe. "Alt genug, um jung zu bleiben" ist der hoffnungsvoll stimmende Titel ihres neues Buches. Im April wird es erscheinen. Einige Kostproben amüsierten die Zuhörer köstlich; so die Gedanken über nie getragene Hüte, über Torten, wie sie nur die Mutter aus nahezu Nichts zu zaubern verstand, über Seereisen und eine Wiederkehr im nächsten Leben.

Dem tiefsinnigen Spaß fügte die Steineckert, wie könnte es anders sein, kräftige Ermutigung hinzu: "Gib nicht auf", schreibt sie in einem neuen Gedicht, "wehr das Wort Einsamkeit ab, es riecht nach den Fluren im Arbeitsamt. Lass das nicht zu!"

(CHRISTA GROSS)

 

 
Zeitzer Zeitung vom 3. März 2006:

Musik mit Pflaumenknödel und Hut
Programm im Seumeclub - Steineckert «berührt» Rückert und Koster

 

Pressefoto
Gaby Rückert (Mitte), Ingo Koster und Gisela Steineckert verwöhnen ihr zahlreich erschienenes Publikum im Weißenfelser Seumeclub mit Literatur und Songs vom Feinsten. Unter dem Titel «Berührungen», der an Gaby Rückerts Erfolgsklassiker der Popmusik aus DDR-Zeiten - komponiert von Thomas Natschinski - erinnert, gestaltet das Künstlertrio ein spannendes und spritziges Programm. (MZ-Foto: Werner Hoppe/Peter Lisker)

Weißenfels/MZ. Die Stühle reichen am Mittwochabend nicht im Weißenfelser Seumeclub. Mehr als hundert Gäste wollen das literarisch-musikalische Programm "Berührungen" mit Gisela Steineckert (74) und Gaby Rückert (54) im großen Saal miterleben.

"Mein erstes Buch von der Steineckert habe ich mir 1965 gekauft", plaudert Inge Kobla aus der Kreisstadt. Dabei verweist sie auf "Brevier für Verliebte" und offenbart sich als echter Fan. "Was sie vorträgt, kommt von Herzen, ist grundehrlich und dazu der trockene Humor, die Gelassenheit - typisch Steineckert eben", schwärmt die Rentnerin von zurückliegenden Abenden, von denen sie kaum einen verpasst hat. "Und jedesmal bringt sie Musikanten mit - Kollegen und Freunde", weiß Eva Hartmann. Sie erinnert an Steineckert-Veranstaltungen des Seumeclubs, an unvergessliche Auftritte mit Angelika Neutschel, Aurora Lacasa und Veronika Fischer.

Und dann endlich kommt Gisela Steineckert - wieder mit Kollegen, die sie seit Jahrzehnten kennt, die wie die Meisterin des Wortes und der feinen Ironie in Berlin leben und - die für sie Freunde sind: Gaby Rückert und Ingo Koster, auf der Bühne als Gesangsduo und auch im wirklichen Leben ein Paar. "Wir wollten schon vor zehn Jahren gemeinsam auftreten, aber das Leben war anders", sagt die Buchautorin, bevor es losgeht.

Da wechseln Musik mit alten und neuen Songs der Rückert von "Teil mit mir" über "Berührungen", "Schneewittchen" bis zu "Verloren im Wind" und "Lass deinen Freund nicht vor der Tür stehn". Da lässt Ingo Koster Thomas Natschinskis Oldy "In der Mokka-Milch-Eisbar" wieder aufleben. Und die Steineckert würzt zwischen Titeln aus eigener und der Rückerts Feder - Liedern, die unter die Haut gehen - mit Mutterwitz und Schlagfertigkeit. "Man muss jünger werden, wenn man älter wird", ist sie überzeugt. Aus ihrem neuesten Manuskript, das im nächsten Monat als Buch erscheinen wird, "Alt genug, um jung zu bleiben", gibt sie Kostproben und macht Lust auf mehr - immer mehr. Jedenfalls kommen ihre "Pflaumenknödel mit Hut" an beim Publikum, das herzlich lacht - ebenso Gaby Rückerts "Augenblicke, die berühr'n" und Ingo Kosters "Nicht mehr siegen - und das als Mann". Er überzeugt mit Stimme und Gitarrenspiel.

"Ich gehöre jetzt auch zum Fanclub", versichert Rudolf Kayser am Ende des Abends, der mit Gedichten, Monologen und Geschichten zum Erinnern, Mit- und Nachdenken und zum Mutmachen anregte. Eine Bekannte hatte den eifrigen Konzertbesucher, der Stammgast im Heinrich-Schütz-Haus ist und noch nie im Seumeclub war, mitgelotst, erzählt der ehemalige Musiklehrer. "Doch es hat sich gelohnt", nickt Kayser anerkennend. Viel zu schnell seien die zwei Stunden über Leben und Lieben vergangen, weil immer "etwas los war".

(Bärbel Schmuck)