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Bild Gisela Steineckert

Presseberichte über Veranstaltungen mit Angelika Neutschel und Irene Wittermann

 

 
Sächsische Zeitung, 22. März 2004:

Frauenpower auf der Bühne
Nicht alle Männer sind Lumpen

Pressefoto Gisela Steineckert hatte in der Pause viel zu tun: Zahlreiche Besucher ließen sich Bücher von der Schriftstellerin signieren. Foto: Autorin

„Wenn du mit einem Mann nicht lachen kannst, brauchst du auch nicht um ihn zu weinen“, ist eine Lebensweisheit von Gisela Steineckert.

Die Schriftstellerin war gemeinsam mit der Schauspielerin und Sängerin Angelika Neutschel und der Pianistin Irene Wittermann in Königshain. Im Restaurant „Zum Firstenstein“ bot das Trio ein Programm zum herzhaften Lachen, Nachdenken und Träumen. Der Abend zwischen Literatur und Musik fesselte rund 100 Zuschauer. Die drei Frauen nahmen kein Blatt vor den Mund und trafen den Nerv des Publikums.

Gisela Steineckert, 1931 in Berlin geboren, fragte unter anderem: „Ne traute Brautnacht ausgerechnet an einem 9. November? Sie kitzelte an den Erinnerungen, daran, dass an diesem Tag die Deutschen miteinander und auch mit den Türken, Vietnamesen oder Griechen freundlich umgegangen sind. Dass umarmt wurde, was das Zeug hielt. Die Frage nach dem Heute bliebt im Schummerlicht, setzte sich aber in den Köpfen der Zuhörer fest. Dass Gisela Steineckert auch aneckt, ist kein Wunder. Sie spricht Gedanken aus, die andere vielleicht nicht einmal denken würden. Dass sie dabei für das Weibliche plädiert, spürte man: „Frauen haben andere Zeiten als Männer ..., Frauen sind keine zu klein geratenen Männer ... “ 1990 trat sie in den dfb, den erneuerten Demokratischen Frauenbund, ein. „Ich habe beobachtet, wie alle auseinanderrennen. Den Frauen wollte ich ein Signal geben“, sagte die heutige Ehrenvorsitzende. Die Kriegs- und Gewaltgegnerin setzt sich für die Emanzipation beider Geschlechter ein.

Sie halte nicht alle Männer für Lumpen und ist seit 31 Jahren „glücklich verheiratet“, erklärte sie. Bei ihren mehr als 100 Auftritten pro Jahr möchte sie Erfahrungen weitergeben. Vor den Veranstaltungen trifft sie sich mit Frauen zum Kaffeeklatsch und spricht über Projekte. Vorrangig Frauen kämen, die wüssten, dass allein schlechter klarzukommen ist. In Königshain fand zwar so ein „Kaffeeklatsch“ – zu dem sich mittlerweile auch immer mehr Männer hingezogen fühlten – nicht statt. Das Publikum erlebte dafür eine fast familiär wirkende Bühnenshow.

Das Team aus drei Generationen ist eng befreundet. Deren Lockerheit steckte das Publikum an. Angelika Neutschel, die zierliche Schauspielerin, spielte ihre Lieder mit Bewegung, ausdrucksstarker Mimik und Gestik. Die Texte entsprangen den Federn von Gisela Steineckert und Erwin Berner. Irene Wittermann unterstrich mit Kompositionen von Manfred Schmitz und Volker Greve den Abend gelungen am Klavier.

(Constanze Prause)